Paula Janka Meisel

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ZWISCHEN JETZT UND VORHIN

Ein Portrait meiner Großeltern

Sie leben keine 20 Kilometer von Budapest entfernt, einer Metropole, deren Zeitgeist mit der westlichen Welt einhergeht. Seit dem Fall der Mauer 1989 und dem Eintritt in die EU 2004 werden die Unterschiede kleiner, verschwinden. Tatsächlich sind meine Großeltern selten dort, eigentlich so gut wie nie. Der gefühlte Abstand von Biatorbágy zur Hauptstadt ist so groß, dass er unüberbrückbar scheint.
Die Bühne ihres Lebens ist der Hof, ein Haus, das sie mit eigener Hand vor über 55 Jahren gebaut haben, einem Hühner- und Hasenstall und einem Garten drei Grundstücke groß. Bis vor kurzem hatten sie noch Schweine, für deren Versorgung ihre Kraft nicht mehr ausreicht. Seitdem kaufen sie freitags bei einem Discounter im Ort, dessen Fleischangebot günstiger ist als die eigene Tierhaltung.
Die Arbeit und den Hof ruhen zu lassen können und wollen sie sich aber nicht leisten. Finanziell nicht. Prinzipiell nicht. Und deswegen geht es weiter - so wie ein Tag auf den anderen folgt.