Kathrin Holighaus

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ZWISCHENLAND

Braunkohleförderung bedeutet einen schwerwiegenden Eingriff in die Natur. Ortschaften werden abgerissen und überbaggert und nachdem der Rohstoff zu Tage gefördert wurde, bleiben riesige Löcher zurück. In Brandenburg und Sachsen vollzieht sich seit den 90er Jahren durch Flutung der Restlöcher eine Umwandlung zu touristisch attraktiven künstlichen Gewässerlandschaften - ein Projekt mit gigantischen Dimensionen, welches als größte Landschaftsbaustelle Europas bezeichnet wird.

Der Baufortschritt zeigt sich allerdings noch in sehr unterschiedlichen Stadien. Einige Seen sind bereits vollständig geflutet und seit kurzem für Badegäste und Wassersportler zugänglich. Andere Seen werden erst in 5-6 Jahren vollständig gefüllt sein, aber die Befestigung und Bebauungsplanung der zukünftigen Ufer hat bereits begonnen.

Eine neue Wortschöpfung hat sich aus diesem Zwischenstadium ergeben: Zwischenland. Meine Fotos dokumentieren das Zwischenland und die damit einhergehende Diskrepanz von Vision und Wirklichkeit. Die Bilder erzählen fragmentarisch, wie sich die Marslandschaft zum Ferienparadies entwickelt und sie zeigen teils befremdliche Ausschnitte einer Welt, die es nur vorübergehend gibt – im Zwischenland eben.